Kräuteraschen - selber machen
Asche ist kein Ende. Sie ist Transformation.
Asche begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden – als Heilmittel, Reinheitssymbol, Schutzstoff und Zeichen des Neubeginns.
Was im Feuer vergeht, kehrt in mineralischer Form zurück. In dieser Verwandlung liegt eine stille Weisheit:
Form vergeht, Essenz bleibt.
Traditionelle Verwendung und Symbolik
In der europäischen Volksheilkunde wurde Pflanzenasche vielseitig eingesetzt. Sie fand Anwendung in der Wundversorgung, zur Hautpflege, für basische Waschungen sowie zur Herstellung von Laugen und Seifen. Ihr alkalisches Milieu wirkt reinigend, trocknend und keimhemmend.
Auch innerlich wurde sie angewand zur Mineralstoffversorgung, Toxinausleitung und Unterstützung des basischen Stoffwechsels.
Gleichzeitig trug Asche eine tiefe symbolische Bedeutung. Sie stand für Reinigung, Übergang und Neubeginn. Felder wurden mit Asche gesegnet, Räume energetisch gereinigt und Übergänge im Jahreskreis rituell begleitet. Asche erinnert daran, dass Ende und Anfang im natürlichen Kreislauf untrennbar miteinander verbunden sind.
Schwarze und weiße Asche – ein wesentlicher Unterschied
Wenn Pflanzen verbrennen, entsteht zunächst dunkle, schwarze Asche. Diese enthält noch Kohlenstoffreste und organische Bestandteile. Sie zeigt, dass der Verbrennungsprozess noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
Weiße oder hellgraue Asche entsteht erst bei vollständiger Mineralisierung. Organische Bestandteile sind verbrannt, zurück bleiben Calcium, Kalium und weitere Mineralstoffe. Diese Form der Asche wurde traditionell für hautpflegebezogene und reinigende Anwendungen geschätzt.
Symbolisch betrachtet steht schwarze Asche für das Unverarbeitete, während weiße Asche die Essenz repräsentiert – das, was nach der Transformation bleibt.
Besonders geeignete Pflanzen und ihre Wirkqualitäten
Brennnessel
Die Brennnessel ist außerordentlich mineralstoffreich, insbesondere an Eisen, Calcium und Silizium. Ihre Asche wirkt mineralisierend und stärkend und wurde traditionell bei Hautpflegeanwendungen geschätzt. Symbolisch steht sie für Vitalität, Widerstandskraft und Erdung.
Schafgarbe
Schafgarbe gehört zu den klassischen Wundheilpflanzen Europas. Ihre Asche wurde in der Volksheilkunde als sanft reinigend und hautberuhigend betrachtet. Energetisch wird sie mit Schutz, Zentrierung und innerer Ausrichtung in Verbindung gebracht.
Beifuß
Beifuß besitzt eine lange Tradition in Schutz- und Reinigungsritualen. Seine Asche wurde weniger medizinisch, sondern als ritueller Reinigungsstoff verwendet. Symbolisch unterstützt Beifuß das Loslassen, die Klärung und den Übergang in neue Lebensphasen.
So kannst Du eine Kräuterasche selbst herstellen
(Ich habe sie im Kamin hergestellt, weil der um diese Jahreszeit sowieso brennt. Aber es geht natürlich auch draußen auf dem offenen Feuer)
Schritt 1 – Pflanzenkohle herstellen
Getrocknete, unbelastete Pflanzen locker in eine hitzefeste Dose ohne Beschichtung . Mit einem Stück Alufolie verschließen und ein kleines Loch in die Mitte stechen, damit entstehende Gase entweichen können. Die geschlossene Dose in die Glut des Kaminofens stellen. Durch den reduzierten Sauerstoff entsteht Pflanzenkohle anstelle vollständiger Verbrennung. Es dauert etwa 20 Minuten, bis der Verkohlingsprozeß abgeschlocssen ist. Du erkennst es daran, dass aus dem Loch weder Dampf, noch eine Flamme aufsteigt. Wir empfinden so das Köhlern nach.
Schritt 2 – Abkühlen lassen und Pulverisieren
Die Dose vollständig abkühlen lassen. Die entstandene Pflanzenkohle entnehmen und im Mörser fein zerreiben. Anschließend durch ein feines Sieb streichen.
Schritt 3 – Durchglühen zur Mineralasche
Das feine Pulver in eine hitzefeste Schale geben und wieder in die Glut stellen. Bei hoher Hitze ausglühen lassen, bis Kohlenstoffreste verbrennen und eine helle Asche entsteht. Vollständig abkühlen lassen.
Schritt 4 – Wiederholen
Den Vorgang des Mörserns, Siebens und Durchglühens noch einmal wiederholen. Mit jedem Durchgang wird die Asche feiner und heller. Ziel ist eine hellgraue bis weiße, mineralische Asche.
Fertig ist Deine Asche, die Du nun weiter verarbeiten kannst. zum Beispiel zu einer traditionellen Pflege mit Pflanzenasche
Trias Salbe | Mineralische Beifuß-Salbe
Diese einfache Salbe verbindet den öligen Auszug, das Hydrolat und die mineralische Essenz des Beifußes zu einersanften, schützenden Hautpflege.
Zutaten
• 30 ml Beifußölauszug
• 3-5 g Bienenwachs
• 1 TL Beifußhydrolat
• 1 Messerspitze fein gesiebte weiße Beifußasche
Herstellung
1. Beifußöl und Bienenwachs im Wasserbad sanft schmelzen.
2. Vom Herd nehmen und leicht abkühlen lassen.
3. Beifußhydrolat tropfenweise einrühren und gut verrühren.
4. Fein gesiebte Asche einarbeiten, bis sie gleichmäßig verteilt ist.
5. In ein sauberes Glas füllen und fest werden lassen.
Anwendung
Eine kleine Menge auf trockene oder beanspruchte Hautstellen auftragen.
Die Salbe wirkt schützend, mineralisierend und unterstützt die natürliche Hautpflege.
Sanft in einem Strich auf die Wirbelsäule aufgetragen, öffnet sie die Mittellinie als Verbindung von Himmel und Erde.
Hinterlasst mir gerne einen Kommentar, wenn Euch der Beitrag gefällt und teilt Eure Erfahrungen damit. Welche Asche spricht Euch mehr an, schwarz oder weiß?

Sicherheitshinweise
Arbeiten Sie ausschließlich im Freien oder in gut belüfteten Bereichen.
Verwenden Sie hitzefeste Gefäße und geeignetes Werkzeug.
Bringen Sie nur vollständig getrocknetes Pflanzenmaterial ein.
Gefäße erst öffnen, wenn sie vollständig abgekühlt sind.
Aschestaub nicht einatmen und Hautkontakt mit heißer Asche vermeiden.
Nur Pflanzen aus unbelasteten Standorten verwenden.
Disclaimer zur Eigenverantwortung
Die beschriebenen Verfahren dienen der Wissensvermittlung über traditionelle Praktiken. Die Anwendung erfolgt in eigener Verantwortung. Die Asche ist nicht zur innerlichen Einnahme bestimmt. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Hautproblemen sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.
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1 Kommentar
Ich liebe die transformative Kraft des Feuers, wenn das Wesentliche sichtbar wird…